von Guido Sawatzki
DAS SOGENANNTE REFORMPAKET IST AUF DEM WEG: GANZ TOLL!
Aber auf welchem? Es ist auf dem „besten“ Weg, ebenso wie seine Vorgänger mit großem Tam-Tam in schöner Regelmäßigkeit durchgewunken zu werden … von den Regierenden – von Jenen also, die in der Regel auf ihren mehr oder weniger dicken Pfründen hocken und die sich, wie die Erfahrung (und Volkes Mund) lehrt, nicht so schnell an den Karren fahren lassen. Ob verdient oder unverdient – nehmen wir mal das Erstere an.
Ziel bei einem Reformpaket dieser Größenordnung sollte (bei dem angestrebten „großen Wurf“) vor allem die soziale Komponente sein – also jene Anstrengungen, welche die soziale Lage der Bürger verbessern und ein verbessertes Gleichgewicht zwischen „Oben“ und „Unten“ schaffen sollen. Fehlen die sozialen Bezugs- oder Eckpunkte, dann lachen sich diejenigen, die den Staat immer schon als Selbstbedienungsladen und zur eigenen Bereicherung sehen, erneut ins Fäustchen.
Die „soziale Komponente“ beginnt – zumindest für mich – beim Thema „Gesundheit“. Ohne Gesundheit schmecken Hummer und Kaviar nur fad, wird das Zusammensein auch mit Gleichgesinnten zur Last; auf der unteren sozialen Ebene ist insbesondere der erstgenannte Aspekt – wenn auch weniger extravagant – von Bedeutung. In der Interaktion hingegen – so wird landläufig angenommen – ist die Solidarität untereinander oftmals ein Polster, das die schlimmsten Entbehrungen erträglicher macht … es ist zumeist eine (gefühlte) größere Nähe zum Mitmenschen, zum „Nächsten“ da.
Dass beispielsweise Beamte unter anderem im Gesundheitswesen als die Krone der Schöpfung angesehen und behandelt werden und damit die Ungleichheit im sozialen Gefüge zementiert bleibt – diesem Punkt schenkt dieses Reformpaket keinerlei Beachtung. So weit, provokant formuliert, reicht die Liebe zum (Fuß-)Volk denn doch nicht.
Selber schuld, möchte man sagen, sind es doch die Wähler, die es weitgehend in der Hand haben, in der Wahlkabine ihr Kreuzchen beim biederen Bäckermeister oder beim eloquenten Rechtsanwalt zu machen. (Anmerkung: Diese Auswahl ist rein zufällig).
Ich kenne keinen Gang, bei dem sich so sehr die Spreu vom Weizen trennt, wie der zum Arzt. Dass der Mensch hierbei mit zweierlei Maß gemessen wird, sorgt bei jedem Bürger – außer er ist Beamter – für Unmut und Empörung.
Bei jeder Wahl sollte deshalb bei Bürgern mit sozialer Verantwortung genau dies der letztendlich ausschlaggebende Punkt sein. Erst wenn dies in den Köpfen von denen „da oben“ angekommen ist, besteht die Chance, dass das Thema „Soziale Ungleichheit“ von den Stammtischen verschwindet.