Gedanken zum Tag (10.08.2026)

von Guido Sawatzki

IST WIRKLICH JEDER AfD-WÄHLER EIN NAZI?

Am besten, so eine sogenannte Lebensweisheit, lebt sich’s im eigenen Saft. Hiermit meine ich, dass es derzeit anscheinend keiner besonderen geistigen Anstrengung mehr bedarf, um dem sogenannten (politischen) Mainstream hinterherzudackeln … wenn es denn tatsächlich der Mainstream ist, dessen lautstarke „Nie wieder …“-Akklamationen unschwer zu überhören sind.

Die anderen, die Stillen, die Schweigsamen, die Kritischen, die Hinterfragenden … Sie lassen sich nicht gerne kategorisieren, sich einen Stempel aufdrücken aufgrund ihrer politischen Haltung – die sich zuvorderst dadurch auszeichnet, dass sie für sich eine eigene Meinung reklamieren … die differenzieren, die sich dem vorherrschenden Populismus entziehen, der da großsprecherisch für sich reklamiert, „Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein.“

Ich weiß, das ist krass – und ich gestehe, dass dies eine Vereinfachung ist … Diese von mir gewählte Zuspitzung wendet sich jedoch bewusst provokant gegen das in diesen letzten Wochen vor der nächsten Landtagswahl offen zu Tage tretende, zunehmende Schwarz-weiß-Denken. Politische Auseinandersetzung lebt vom Diskurs, von der Auseinandersetzung mit Sachargumenten – und nicht davon, in Massenaufmärschen in Hau-den-Lukas-Manier gegen den politischen Gegner zu wettern oder in den Sozialen Medien „die Sau rauszulassen“.

Und ich stehe weiterhin zu der Ansicht, dass der Großteil der sogenannten AfD-Wähler mitnichten deren vermeintlichen oder tatsächlichen politischen Ziele und Positionen teilt, sondern nur deshalb mit dieser Partei sympathisiert, weil sie „dagegen“ ist … gegen die Politik der gegenwärtigen Bundesregierung; es also in erster Linie „Unzufriedene“ sind. Nachlesen lässt sich dies im Übrigen in meinen BLOGS.

Wer von meinen Lesern kann mit Gewissheit sagen, dass seine Meinung tatsächlich die des „Mainstream“ widerspiegelt? Nur weil sich einige mit meiner kritischen Betrachtungsweise der gegenwärtigen politischen Situation schwertun und dies auch deutlich artikulieren, sind sie nicht automatisch die Mehrheit … auch dann nicht, wenn einige Staatsmedien dies gerne so darstellen.

Und ob das „Nie wieder“ wirklich ernst gemeint ist, zeigt sich – wie ich meine – nicht in seiner stereotypen Wiederholung, sondern unter anderem im würdevollen Umgang mit Andersdenkenden oder auch mit den „Schwachen“ unserer Gesellschaft. Dies ist der wirkliche Prüfstein, an dem Demokraten sich messen (lassen) müssen.

Zur Klarstellung:

Wer heutzutage den Hitlergruß zeigt, der verspottet damit zugleich jene Millionen von Menschen, die unter der Diktatur des Naziregimes leiden mussten. So etwas ist nicht tolerierbar.