Gedanken zum Tag (15.02.2026)

von Guido Sawatzki

MASSENENTLASSUNGEN BEI DER WASHINGTON POST: EIN KNIEFALL VOR TRUMP!

Es ist letztlich ein weiterer Triumph des Kapitals gegen „die freie Meinung“.

(Quellen:
Tagesspiegel, 14.02.2026 – Gastbeitrag von Aaron Wiener, „Entlassungen bei der ‚Washington Post‘“;
ntv, 13.02.2026 – Interview mit Aaron Wiener: „Viele sahen darin einen Versuch, Trump zu beschwichtigen“)

Wenn es „Freie-Meinungs-Aktien“ gäbe, sollte deren Besitzer sie schleunigst abstoßen. Ihr Marktwert würde jetzt weltweit gegen Null tendieren. Zu den Vertretern des „freien Kapitals“ zählt Jeff Bezos, 250-facher Milliardär, Trump-höriger und Washington Post-Eigentümer (seit 2013). Leute wie Bezos haben keinen „Hass“ auf Medienleute, wie mancher naiv meinen könnte – solche Menschen sind für sie im Grunde genommen nebensächlich, sind ihnen vollkommen gleichgültig! Unternehmen, die, wie 2013 die „Washington Post“, auf der Bezos & Co.-Einkaufsliste stehen, haben vor allem die Pflicht, ihr Kapital zu mehren. Alles, was einen Tycoon wie Bezos beim Geldscheffeln stört, beispielsweise missliebige Zeitungsleute, wird konsequent ausgesondert – insbesondere, wenn er damit Freunden wie Donald Trump einen Gefallen tun kann. Moral und Idealismus (oder gar Pressefreiheit) stören … sind für solche Leute Fremdwörter. Ein Standpunkt, wie ihn beispielsweise Journalisten haben (sollten), ist nur dann gut, wenn er ihrer Gier nach Macht und Geld nicht entgegensteht.

Analoge Medien – also auf Papier unter anderem gedruckte Informationen wie Zeitungen oder gar Bücher (!) – „verführen“ noch zum Nachdenken und Reflektieren über das Gelesene. Demgegenüber entzieht sich Digitales überwiegend einer derartigen natürlichen Neigung – unter dem Vorwand der sogenannten Schnelllebigkeit von Informationen. Gerne fallen Leser (aller Couleur) darauf herein; sie begreifen „Information“ immer mehr als leicht zu erringenden „Konsum“ und nicht als (anstrengende) Herausforderung fürs eigene Gehirn. Damit sind sie ein gefundenes Fressen und – dank KI – manipulierbar bis in ihre letzte, wirklich allerletzte graue Zelle.

Gefährlich ist eine solche Entwicklung vor allem für junge Menschen, die damit der Anstrengung eigenen Denkens allmählich entwöhnt werden. Anfällig sind aber auch ältere Menschen, die glauben, sich im Ruhestand auf ihren „Lorbeeren“ ausruhen zu können. „Ausruhen“ ist in diesem Zusammenhang jedoch gleichbedeutend mit einem Abgehängtwerden von der Entwicklung und einem Negieren der immerwährenden Herausforderung, dass der Mensch „sich zu dem machen soll, der er ist“ … und vom Leben selbst.