von Guido Sawatzki
BEI DIESER OLYMPIADE WIRD EINES AUF DER STRECKE BLEIBEN: DIE WAHRHEIT
Sport in seiner ureigensten Art … den gibt es (leider) schon lang nicht mehr. Auch ist der Geist von Olympia längst vom Ungeist eitler Funktionäre und raffgieriger Geschäftemacher vereinnahmt worden. Von den Sportlern selbst wird keine Ethik mehr verlangt, vielmehr erwartet man von ihnen, dass sie funktionieren … und ihr Lohn definiert sich in Form von Medaillen, in Form von Werbeverträgen, lukrativen Fernsehauftritten et cetera.
Scheren sie auch nur ein einziges Mal aus der Reihe aus, dann sind sie auf Dauer geächtet. Ihre persönlichen Gründe interessieren letztlich niemanden – auch für das immer ach so mitfühlende Publikum verschwinden sie über kurz oder lang in der Versenkung. Die Medien messen die Sportler überwiegend ohnehin einzig an deren Marktwert – Menschlichkeit hat in Wirklichkeit keinerlei Stellenwert. Das bewundernswürdige Verhalten jenes ukrainischen Skeleton-Sportlers Wladislaw Heraskevych, der mit seinem beklebten Helm gefallene Sportler ehren wollte und deshalb jetzt während der Wettkämpfe von den olympischen Spielen ausgeschlossen wurde, wird vielleicht noch in der Ukraine für längere Zeit nachhallen, in den offiziellen Statistiken von Olympia jedoch wird er höchstens als einmaliger, bedauernswerter Störfall seinen Niederschlag finden. Und somit wird er eine Randerscheinung bleiben …
Olympische Spiele sowie Weltmeisterschaften (Beispiel Fußball/USA) sind zum Propagandainstrument degradiert, in dessen Licht sich die Mächtigen sonnen. Zu ihnen zählt eindeutig Wladimir Putin, der tagtäglich den Tod sowohl ukrainischer als auch russischer Soldaten mitverantwortet, woran sich die Welt mittlerweile gewöhnt zu haben scheint. Zu ihnen wird auch US-Präsident Donald Trump gehören, an dessen Händen bereits das Blut zahlreicher Amerikaner klebt.
Könnte sich heute noch jemand vorstellen beziehungsweise wäre so naiv, wenigstens für die Zeit der olympischen Wettkämpfe so etwas wie einen olympischen Frieden zu verlangen? Ein frommer Wunsch, der vielleicht gerade noch ein Plätzchen im politischen Kabarett findet. Zwar dürfen sich auch die Sportler im Medaillenglanz etwas spiegeln – sofern sie Glück haben –, die große Mehrheit jedoch darf sich im Schatten die Reste teilen.
Die Grundlage, woraus sie unter anderem die Kraft für ihre Leistungen schöpfen, nämlich ihre Authentizität, ihre Moral und Ethik – wo ist all das geblieben?
Wie wir jeden Tag vor Augen geführt bekommen, bleibt auch auf dieser Olympiade am Ende vor allem eines auf der Strecke:
DIE WAHRHEIT.