Gedanken zum Tag (18.12.2025)

von Guido Sawatzki

„WARUM SCHREIBEN SIE EIGENTLICH SO …?“

Bevor ich den LeserInnen meiner Bücher, Kurzgeschichten und Blogs ein Frohes Fest wünsche, möchte ich noch ein paar persönliche Gedanken loswerden.

„Warum schreiben Sie eigentlich so …?“ werde ich gelegentlich etwas ruppig zu einem kritischen Beitrag angegangen. Dem schließt sich oft gleich noch das Stereotyp an: „Jeder kehre vor seiner eigenen Tür.“

Meine Antwort:

Dazu sage ich eindeutig Nein! Denn jeder von uns trägt Verantwortung für seinen „Nächsten“ … wer immer das auch sein mag, Präsident oder Bettler. Dass wir so oder so auf diese Welt kamen, daran sind wir unschuldig. In der Pflicht sind wir jedoch dafür, was wir später aus uns gemacht haben.

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an ein Erlebnis aus meiner Kindheit, als meine Eltern mich zu Weihnachten in die Kirche mitnahmen. Dort stand gleich neben dem Eingang ein Tischchen mit der Figur eines Schwarzen. Warf man in deren Schlitz ein Geldstück hinein, dann nickte sie brav jedes Mal. Irgendwann nahm ich mir vor, niemals so zu werden … alles bloß abzunicken. Ich begann, die Dinge zu hinterfragen … nichts auf dieser Welt als selbstverständlich hinzunehmen.

Dazu gehört das Sich-einmischen. Wahrscheinlich bin ich auch deswegen Journalist geworden. Im Unterschied zu anderen Kollegen jedoch, die vorgeben, sich niemals mit einer Sache gemein zu machen, suchte ich bewusst die Nähe zu den Menschen und ihrem Denken. „Den Menschen aufs Maul schauen – ihnen aber nicht nach dem Mund reden“ war mir in meinem Berufsleben immer wichtiger, als vom hohen Ross herunter den Besserwisser zu mimen und über die sogenannte Weltpolitik mit wohlgesetzten Worten zu fabulieren. Und noch eines war (und ist) mir wichtig: Stellung beziehen!

Eine gute Freundin fragte mich dieser Tage: „Hast DU ein Rezept für die Machtlosigkeit gegen alle Arten von Übeln der aktuellen politischen Welt?“. Angesichts der Hilflosigkeit, die ich oftmals selber angesichts des derzeitigen unglaublichen Massakers an der Vernunft empfinde, stand auf meinem „Rezept“ lediglich: „Den Glauben an das Gute bewahren … und die Hoffnung, dass es letzten Endes die Oberhand behalten wird.“

In diesem Sinne: FROHE WEIHNACHTEN!